Kein Tag der Arbeit

Es war soweit – die Arbeit rief. Nach dem Frühstück besuchte ich einen Second Hand Laden um mir vernünftige Hosen zu kaufen. Die Angestellte meinte, dass die Länge von Ellenbogen zur Faust der Bundgröße entspricht – ich bekam nicht mal ein Bein rein. So nahm ich eine Kordhose für 3 €.

Es war erst kurz vor halb und so trank ich noch einen Kaffe, bevor ich zum Hostel ging.

Als ich dort ankam, sagte man mir, dass es am darauf folgenden Tag wohl besser sei. Ich erklärte, dass ich den Schlüssel bereits zurück gegeben hatte und nicht wüsste, was ich sonst tun solle. Daraufhin rief sie die Geschäftsleitung an und lud mich ein mir den ersten Stock anzusehen. Dort fand ich den öffentlichen Bereich mit Küche und Aufenthaltsräumen. Ich schaute mich etwas um und ging dann zur Rezeption zurück. Offenbar sei momentan doch kein Personalbedarf – voraussichtlich erst ab Februar. Ich muss mich wohl von meiner Erwartung lösen, dass Menschen ihre Aussagen auch einhalten. Man gab mir ein Zimmer für eine Nacht, Bettzeug, ein Handtuch und ein sorry. Fünf Doppelbetten, zwei Stühle und ein Tisch zierten das Zimmer. Ich bloggte etwas und stellte mich darauf ein noch weitere Hostels zu besuchen zu müssen.

In der Altstadt hatte ich wenig Erfolg. Überall der gleiche Text: im Winter nicht, gerne im Sommer. Merkwürdig, in Stockholm hatte man mir das Gegenteil erzählt. Ist das nur eine Ausrede? Mit Lügen kenn ich mich nicht so gut aus…

Mareks hatte mir den Schlüssel zurück gegeben und so ging ich zum Hostel um auszuchecken. Nebenan befand sich ein weiteres Hostel, das ich mir für den Schluss aufgehoben hatte. Da dort auch eine gut besuchte Bar dabei ist, muss man lettisch und russisch sprechen.

In der Bar traf ich Rihards, den ich auf die letzte Jam Session eingeladen hatte. Er war mit zwei weiteren Letten und einem Israeli, ein Medizinstudent, dort. Wir kamen mit einem schottischen Pärchen ins Gespräch, da sie auf der selben Uni war und sind dann alle zusammen auf Kneipentour gegangen. Mittlerweile war sie Stripperin in Glasgow und er ein Türsteher – die perfekte Klischee-Symbiose. Aber wir hatten eine Menge Spaß, auch wenn ich 70 % des schottischen Akzents nicht verstand. Und so war der enttäuschende Tag schnell vergessen.

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