Kurzzusammenfassung

Vorwort:

Mir ist durchaus bewusst, dass hier noch ein ganzes Jahr zwischen diesem und dem letzten Beitrag liegt. Doch in der letzten Zeit hatte ich so viele neue Erlebnisse, dass ich diese nicht verblassen lassen möchte und so langsam wird es Zeit aufzuholen. Hier werden also bald mehrere Beiträge folgen. Ich springe chronologisch hin und her und habe Entwürfe, die noch strukturiert und weiter ausgeführt werden müssen – alles noch ziemlich chaotisch, aber es geht voran. Vor allem der folgende Text ist alles andere als vollständig und ich bin auch in keiner Weise mit der Komprimierung zufrieden. Aber ich will mich auch nicht zu lange mit der Vergangenheit aufhalten – mich eher auf die Gegenwart konzentrieren. Alles wieder aus dem Langzeitgedächtnis zu kramen ist mir zu mühseelig und auch zu langatmig. Außerdem werden die Geschichten erst durch die kleinen Details interessant, die man leider viel zu schnell vergisst. Und (Spoiler!) während meiner jetzigen Zeit in der Türkei entstehen die besten Geschichten…

Also hier die Schnellversion des letzten Jahres:

Von Calais mit dem Bus nach Bordeaux, denn trampen war ein Alptraum. Bin noch nie in so „kurzer“ Zeit (7 Stunden) so oft beleidigt worden. Also nichts wie weg von hier. In Bordeaux dann dreißig Stunden an einer Tankstelle gewartet (neuer Rekord). Irgendwann mit einem Trucker nach Madrid gekommen. Zelten in Parks ist dort kein Problem, doch mit Hund ohne Maulkorb darf man nicht in die Metro und muss alles laufen. Ein Flixbus-Ticket nach Lissabon gebucht, doch der Fahrer ließ mich wegen Tetris nicht einsteigen und fuhr ohne mich. Keine der anderen Busgesellschaften ließ sich erweichen und so saß ich erstmal dort fest. Hab ein paar spanische Freunde kontaktiert und bekam prompt eine Freundin eines Freundes vermittelt, die in Madrid wohnt – eine Wohngemeinschaft mit fünf Studentinnen. Konnte dort eine Weile bleiben, Handy laden und WLAN nutzen um ein BlaBlaCar zu finden. Fand auch eins und ließ mich in Lissabon am Hafen absetzen. Dort traf ich Megan und Troy, zwei Freunde, aus der Zeit in Budapest, die auf einer Yacht (ein dreimastiges Segelboot) arbeiteten. Wir blieben eine Nacht auf der Yacht und sind dann in den „Monsanto“-Wald zum zelten. Dort lernten wir Berit kennen, die einen Campervan mit Landauer (!) Kennzeichen hatte. Felipe, ein Freund aus Lissabon kam mit dem Auto vorbei und nahm uns zu einem tollen Aussichtspunkt mit. Als wir zurück kamen, stand einer neben Berits Van und wartete. Kevin, ein Deutscher, dem das Geld ausgegangen war, suchte nach einer Mitfahrgelegenheit zurück nach Deutschland. Er hatte auch einen Hund (einen großen), der sich mit Tetris gut verstand. Leider fuhr Berit noch nicht zurück, konnte Megan und Troy jedoch nach Porto mitnehmen, wo sie hin wollten. Kevin verschwand wieder und ich blieb mit Felipe zurück. Am nächsten Tag kam Kevin zurück und hatte eine Babykatze dabei, die er in einem Park aus dem Müll gefischt hatte. Ich wollte auch nach Norden und bot an gemeinsam zu trampen. Es dauerte eine Weile, bis wir die richtige Stadtautobahn fanden und den ganzen restlichen Abend hielt niemand. Er hatte auch ein Zelt dabei und so campten wir in unmittlebarer Nähe in einem Wohngebiet. Am nächsten Tag warteten wir viele Stunden an einer Tankstelle, wo eine Frau uns eine Schüssel mit Wasser für die Tiere und Tüte voll mit Essen schenkte. Später nahm uns ein Portugiese bis nach Dieppe, an der französischen Nordküste, mit – fast 2000 km in drei Tagen (neuer Rekord). Es war ein kleiner Lieferwagen mit drei Frontsitzen und Ladung dahinter. Auf der Fracht lag eine Matratze, die dem Fahrer als Bett und den Hunden als Liegeplatz diente. Die Katze hatte die ganze Fahrt Durchfall und schiss ständig in die Tasche, in der sie wohnte und Kevins Hund kotzte irgendwann auf die Fracht, fraß aber alles wieder auf. Wir fuhren die ganze Nacht hindurch und machten am frühen Morgen Rast um zu schlafen. Gegen Mittag fuhren wir dann weiter. Die französischen Autobahnraststätten sind unverschämt überteuert, weshalb wir vor hatten nach Ankunft in einem Supermarkt Nahrungsmittel zu kaufen. Unglücklicherweise kamen wir an einem Feiertag (Pfingsten) an und alles war dicht. So hingen wir im McDonalds ab und leerten die nicht vollständig geleerten Tabletts. Einer gab uns sogar zwei Hamburger. Später am Abend durchsuchten wir den Müllcontainer vor einem Steakhaus und fanden zehn gegrillte Kartoffeln und einen riesigen Burger, von dem noch nicht abgebissen wurde. Das war mehr als genug und die Kartoffeln waren guter Proviant für den Weg. Da wir bereits in der Nähe waren, steuerten wir Calais an und so fand ich mich erneut dort wieder. Kevin zog nach ein paar Tagen weiter und ich blieb noch drei Monate dort. Mich erreichte die Nachricht, dass Michael aus den Staaten (ebenfalls ehemaliger Belgraider) gerade in Dänemark war. Sein Visum war fast abgelaufen und ich wollte ihn noch treffen, solange ich die Gelegenheit hatte. Also machte ich mich auf den Weg über Belgien und blieb ein paar Tage in Eindhoven. Durch Deutschland kam ich relativ zügig und versuchte mein Glück erneut im Skandinavian Park in Flensburg. Dort fand ich problemlos einen Familienvater mit zwei Söhnen, der mich bis zur Insel Farö mitnahm. Dort schlief ich an einer Raststätte und am nächsten Morgen weiter zur Nachbarinsel Falster. Der Fahrer fuhr mich direkt nach Idestrup, wo sich Michael aufhielt.

Da es sich bei diesem Aufenthalt um einen längeren handelt, sei diesem ein eigener Beitrag gewidmet…

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