Dumpster Diving Dinner Party

Der Morgen begann mit Äpfeln – welch Überraschung. Nach meiner Schätzung sollte sich der Apfelbestand, bei täglich drei Schubkarren, degressiv verhalten – tut er aber nicht. Ich muss mal durchzählen, aber ich glaub es sind eher dreißig Bäume. Es gibt Stellen, die ich bewusst meide, weil ich weiß, was mich dort erwartet. Na, rat mal… genau, noch mehr Äpfel.

Nach zwei Schubkarren waren zumindest die Wege apfelfrei und ich hatte genug davon. So schnappte ich mir eine Schaufel und hob, neben meinem Zelt, ein Erdloch aus, das ich mit einem Brett abdeckte – nun hab ich einen Kühlschrank für verderbliche Lebensmittel. Im Anschluss machte ich Siesta.

Als ich am späten Nachmittag aufwachte, sah ich mehrere alte und neue Gesichter. Emils hatte einen Apfelkuchen gebacken und zu einem Meeting im Kuppelbau eingeladen. Das Meeting war auf lettisch, sodass ich nicht ganz mitbekam, worum es ging. Aber es schien sich wohl um den rechtlichen Status der Insel zu drehen, der ungewiss ist. Dazu kamen weitere Gartenbesitzer und tauschten ihre Sichtweisen aus.

Dabei lernte ich Dana kennen, die mich zu einer Dumpster Diving Dinner Party einlud. Ohne lange nachzudenken, sagte ich zu, zog mich um und begleitete sie.

Dana und ich
Dana und ich

Wir nahmen den Bus in die Stadt und kamen an einem Wohnhaus an, in dem es bereits herrlich duftete. Einige der Give & Get Leute waren auch dort und es begrüßten mich zahlreiche, durchweg sympathische Menschen. Wir aßen gemeinsam eine ausgewogene und leckere Mahlzeit, die fast ausschließlich aus der Mülltonne stammte. Anschließend saßen einige am Feuer und sangen, während drinnen zu Salsa-Rhythmen getanzt wurde.

Ich erfuhr dann, dass es sich um eine Gruppe von Radfahrern handelte, die überwiegend aus Deutschland kam. Sie fahren von Warschau nach Tallinn und sind noch zwei weitere Tage hier in Rīga.


Besuch unbedingt die (überwiegend deutsch sprachige) Website für mehr Infos. 


Später ging es weiter zum Kanepes Culture Centrs, zu dem ich auf dem Gepäckträger mitgenommen wurde. Wir saßen draußen, bis der Laden dicht machte und sich die Gruppe auflöste.

Nach etwa neunzig Minuten Fußweg, kam ich, gegen halb fünf, wieder im Magic Garden an und legte mich aufs Ohr.

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