Und der Regen ist zurück

Unheilvolles Grau erfüllte den Himmel, als ich mein Zelt öffnete – keine Lust aufzustehen. So drehte ich mich mehrfach um und wartete auf besser Wetter – vergeblich.

Mareks war schon wach und ich begann Frühstück zu machen – Weizenflocken, wie üblich. Der Regen prasselte unablässig, während wir aßen.

Während den Nieselregenphasen sammelte ich Äpfel auf. Vier Bäume werfen in einem Tag etwa eine Schubkarre (fünf Eimer) neue Äpfel ab – schlechte Aussichten bei knapp zwanzig Bäumen.

Als der Regen wieder stärker wurde, suchte ich Schutz unter einem Dach und wartete – laaaaaaaaaangweilig.

Ich nehme alles zurück, was ich schlechtes über den Regen geschrieben habe. Am Abend kamen Juris und Bahvani zurück und hatten zwei volle Körbe mit Steinpilzen dabei. Wir putzten die Pilze gemeinsam und Bahvani bereitete aus der ersten Ladung eine sagenhafte Suppe zu. Einige große Köpfe umhüllte sie mit einer Art Pannade und briet sie an – ein Gaumenschmaus.

Es waren noch massig weitere Pilze übrig, die haltbar gemacht werden sollten. Dazu wurden Mareks und ich beauftragt, Blätter der schwarzen Johannisbeere und Dillblüten zu sammeln. Die Blätter fanden wir in den verwilderten umliegenden Gärten, während die Dillblüten im Kräuterbeet zu finden waren.

Als wir unsere Beute abgaben, erklärte mir Juris den Vorgang so: Die Pilze werden gekocht und die Dillblüten und Blätter hinzugegeben. Das ganze lässt man noch eine Weile weiter kochen und lässt es dann für dreißig Tage ruhen. Zunächst bei Zimmertemperatur, später etwas kühler – ein Erdloch wird für die nötige Kühlung sorgen. Dabei wird ein Fermentationsvorgang eingeleitet, der das Produkt sehr gesund macht. Dies sei wegen den guten Bakterien so, die dabei entstehen.

Nach dieser lehrreichen Erklärung, verabschiedete ich mich und suchte mein Zelt auf, wo ich bloggte, während der Regen sein Lied auf dem Dach über mir spielte.

3 Gedanken zu „Und der Regen ist zurück“

    1. Hier wird kein Alkohol getrunken, nicht geraucht und kein Fleisch gegessen. Das gehört zu den Dingen, die dem Körper schaden und der Philosophie dieses Ortes nicht entsprechen.

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