Urban Gardening in Helsinki

Ich werde nicht mehr auf Nachtragungen hinweisen, denn sie geschehen grundsätzlich, bevor ein neuer Beitrag enteht…


Der Tag gegann sonnig – keine Wolke verdeckte das Blau des Himmels. Ich holte meinen geladenen Akku aus dem Stromkasten und ging am Strand entlang. An der Trainingstation, die dort aufgebaut ist, traf ich André wieder, der gerade sein morgendliches Yoga ausübte – er kommt fast täglich hier her. Anschließend suchte ich den Lidel, von dem er mir erzählte. Etwa zehn Gehminuten von der Insel entfernt, fand ich ihn. Die Preise dort sind um einiges günstiger als im Supermarkt, den ich zuvor besucht hatte und so kaufte ich etwas mehr ein. Das Bier ist trotzdem lächerlich teuer – im Schnitt 2 € für eine Dose. Harten Alkohol bekommt man, wie in Schweden (dort „System Boulaget“) nur in staatlich kontrollieren Läden, die hier „Alko“ heißen. Eine Flasche Jägermeister 30 € – harte Bedingungen für Alkis. Aber man bekommt die kleinen Korn Fläschchen schon für 10 € 😀

Ich aß den Rest von gestern und beobachtete die Waldameisen, wie sie die Brotkrümel weg trugen. Danach ging ich an den Strand und legte mich in die Sonne. Nachmittags ist hier einiges los – es gibt sogar einen Hasselhof, doch gegen Abend ist der Strand wie ausgestorben.

Um 17 Uhr ging ich zum Gemeindegarten, wo die verantwortliche Gärtnerin alles erklärte – natürlich auf finnisch. Nach der Einführung, der ich nicht folgen konnte, sah ich einen älteren Mann, der zwei Sensen trug. Ich wusste sofort: das ist mein Werkzeug und so fragte ich ihn, ob ich ihm damit helfen könnte und nahm ihm eine ab. Von da an war ich im Arbeitsmodus und senste alles nieder, dass das hohe Gestrüpp nur so davon flog. Nachdem ich mich ausgepowert hatte und hinter mir eine ebene Fläche liegenden Grases vorfand, hängte ich die Sense zurück in den Schuppen und trank viel Wasser. Zur Belohnung durfte ich mir etwas von der Ernte nehmen. Ich nahm Salat, Dill, Radieschen, Petersilie, sowas wie Rettich nur rund, Rosenblätter und irgendwas mit Y. Heute wird mal gesund gegessen.

Alle Bilder die ich gemacht habe, haben Dateifehler – mein Handy fängt langsam an zu spinnen. Gut, dass ich in Kopenhagen ein zweites gekauft habe – das wird mein Fotohandy werden.

Um den Salat zu waschen, habe ich mir an der Freilichtbühne wieder den Eimer geborgt. Die Theaterleute waren wieder am proben, hatten aber nichts dagegen. Am Strand füllte ich Wasser in den Eimer, wusch den Salat und schnitt die Kräuter auf einer Holzbank. Danach bin ich zu dem Bistro am Zoo und fragte, ob ich etwas Dressing haben könnte. Olli war wieder da, aber ein anderer Koch. Dieser füllte etwas Vinaigrette in mein Essgeschirr und so ging ich wieder zur Freilichtbühne um den Eimer zurück zu bringen. Ich setzte mich auf einen Stein, mit Blick zur Bühne und aß die Früchte meiner heutigen Arbeit.

Zufrieden, dass ich der Gemeinde, die mich momentan beherbergt, etwas zurückgeben konnte, lief ich abermals zum Zoo und bloggte.

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