Und wieder bei Krišjānis

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Ich wachte früh auf, da ich Post abholen musste. Im Briefkasten war zwar kein Abholschein, doch die Sendungsnummer sollte ausreichen.

Ich fuhr zur Hauptpost, doch die Pakete wurden an einem anderen Standort gelagert. So gab ich die Adresse von Homo Ecos an – dort ist zu Bürozeiten immer jemand.

Also wieder zurück zur Wohnung und packen. Meine Mitbewohnerin hatte mir nahe gelegt, ich solle das Zimmer räumen. Meine Sachen lies ich im Schrank zurück und fuhr zum Bahnhof, wo ich den Zug nach Jelgava nahm.

Das wäre der Idealfall gewesen. Die Realität wich davon in entscheidender Weise ab. Als ich mir am Automat ein Busticket löste und in den nächsten Bus einstieg, wurde ich aufgefordert diesen wieder zu verlassen. Mein Ticket war nur für den darauf folgenden Bus gültig, wodurch ich meinen Anschluss verpasste. Vermutlich liegt das an der begrenzten Anzahl von Plätzen (17).

Der Intervall der Busse, die zu Krišjānis fahren, liegt bei etwa vier Stunden, wenn ich mich richtig erinnere. So werde ich mir wohl eine Beschäftigung suchen müssen.

Ich hatte Glück und musste nur knapp zwei Stunden warten. So bummelte ich durch die Einkaufspassage, die sich gegenüber des Bahnhofs befand. Als ich wieder raus kam, sah ich eine Ansammlung von Menschen. Neugierig blieb ich stehen und hörte mir ein paar lettische Lieder an, die von Kindern gesungen wurden – noch eine gute Stunde warten.

Ich erwischte die ungünstigste Uhrzeit – doppelter Preis, doppelte Fahrtzeit. Die Straßen waren total verschneit und stellenweise hob sich dichter Nebel – der Fahrer musste langsam fahren.

Nach weiteren zwei Stunden, kam ich endlich an. Außer einiger Fährten wilder Tiere, waren es nur meine Spuren, die auf dem Weg verblieben. Das Knacken des Schnees unter meinen Füßen, war das einzige Geräusch, das die Stille unterbrach, während die Sterne, in Atem beraubender Klarheit, den Himmel erleuchteten.

Krišjānis schien etwas überrascht, als ich ankam – er hatte wohl nicht mehr mit mir gerechnet. Wir spielten ein paar Runden 3D-Vier-gewinnt und ich konfigurierte seinen neuen Laptop (win10… naja, besser als 8 – ein Hoch auf hotkeys!).

In der Nacht sollte es minus 15 Grad geben – brrrr.

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