Saulgrieži – Sonnenwende


Eine chronologische Lücke erfordert zwei Tage in einem Beitrag. Hier der erste:


Der gestrige Tag begann mit einer weiteren Schatzsuche nach Brettern. Boris und ich nahmen ein paar Hütten auseinander und brachten die Bretter zum Homo Ecos Haus.

Zurück im Magic Garden, trafen wir die Leute von Give & Get, die am Feuer saßen und gesellten uns dazu.


Nächster Tag:


Leichter Nieselregen leitete den Morgen ein. Es sollte diesmal keiner von Homo Ecos kommen – Wochenende im wahrsten Sinne des Wortes sozusagen.

Als ich meinen Kaffee genoss, traf ich Agnese und Oskars, die auf der Suche nach dem Material waren, das irgendwo abgeladen worden sein sollte. Ich erklärte, dass ich weiß, wo es sei und führte sie zum Homo Ecos Haus. Dort hatte der Mann, den ich dort zuvor getroffen hatte, einige Balken und eine Kiste voll Nägel abgeladen.

Ich brachte die Balken zu ihrem eigentlichen Bestimmungsort und entfernte gleich die Nägel.


Übrigens, sämtliches Material, das für den Bau des Give & Get Hauses verwendet wurde, besteht aus Spenden und Recycling. Mit Ausnahme der vier Eckpfeiler und zwei Deckenpfeiler, war alles andere kostenlos zu erhalten  (Paletten für 5 € + Sprit).


Das Dach wurde an diesem Tag fertig gestellt. Auf die Sparren kamen Paletten, die auch für Böden und Wände verwendet wurden. Die Paletten wurden mit Schichtholzplatten verschlossen und darüber spannte man Werbebanner und nagelte diese mit Latten fest.

Als ich mein Handy aus dem Container, wo es lud, holen wollte, hörte ich eine vertraute Stimme, die von draußen näher kam. Krišjānis, ein freiwilliger Helfer von Homo Ecos, kam mit zwei Frauen, seinen Vorgesetzten, um ihnen den Magic Garden zu zeigen.

Krišjānis bot mir an, dass ich in seiner Wohnung bleiben könnte, während er für drei Wochen weg ist. Er hat sogar eine Dusche (mit warmem Wasser) und eine Waschmaschine – der absolute Luxus! Ohne lange nachzudenken, sagte ich zu. Wir tauschten Nummern aus und verabredeten uns für Montag, wo ein Treffen für Freiwillige stattfinden wird.


Bei diesem Treffen handelt es sich um ein europaweites Netzwerk von Non-Profit-Organisationen, das Freiwillige Helfer vermittelt. Helfer berichten dort von ihren Erfahrungen und tauschen Ideen und Anregungen aus.


Nachdem wir uns verabschiedet hatten, ging ich zum Supermarkt und kaufte Süßigkeiten. An der Kasse rief Mareks an und teilte mit, dass er im Magic Garden sei.

Wir hatten uns seit einer guten Woche nicht mehr gesehen und er begrüßte mich herzlich. Ein Paket aus Deutschland sei angekommen und ich könne es morgen bei der Post abholen, erklärte er.


Ich hatte Mareks Adresse angegeben, da mir eine liebe Person, die ich sehr mag, ein Paket zusenden wollte.


Während Mareks mit Juris über die anstehenden Aufgaben sprach, rief Krišjānis  (der ältere mit dem Ökohaus) an. Agnese und Oskars hatten bei ihm zwei weitere Strohballen abgeholt, von denen einer für Homo Ecos sei. So räumte ich den Schuppen frei, damit der sperrige Ballen einen trockenen Platz hat.

Am Abend war Feuer angesagt. Ab morgen werden die Tage kürzer – das offizielle Ende des Sommers. Ich half Igor, der mindestens so sehr auf Feuer steht, wie ich, beim Beschaffen des Brennguts und traf danach Rudolfs im Iglu.


Schau dir Rudolfs Arbeit an!


Das Feuer, das den Sommer verabschiedete, wärmte meine kalten Füße, die noch immer keine Socken tragen.


Wer will schon täglich Socken waschen? Dann lieber Crocks tragen, bis es nicht mehr geht…


 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *